Erfahrungen der ersten Urlaubsfahrt mit dem Elektroauto – Teil 2

Im letzten Artikel habe ich über die etwa 420 Kilometer lange Anfahrt zu unserem Urlaubsort mit unserem neuen E-Auto berichtet. Wie berichtet verlief diese recht problemlos, so dass wir keine Überraschungen auf der ersten längeren Strecke erlebt haben.

Blick vom Hotelzimmer des Seminares Hotels in Lüneburg

E-Auto am Urlaubsort laden

Bei längeren Urlaubsfahrten mit dem Elektroauto scheint gar nicht mal die längere Anreisestrecke das Problem darzustellen, sondern viel mehr die Lademöglichkeiten am Urlaubsort. Da wir in unseren Urlauben immer auf das Auto angewiesen sind, um zu den jeweiligen Golfplätzen zu gelangen, ist es schon wichtig, dass idealerweise in der Nähe der Unterkunft eine Ladestation verfügbar ist.

Da wir den Urlaub sehr spontan gebucht hatten, war es insgesamt schon nicht so einfach, ein passendes Hotel mit freien Zimmern zu finden. Hierbei noch zu prüfen, ob es ein Hotel mit Lademöglichkeiten gibt, war ziemlich sinnlos. Also habe ich erst nach der Hotelbuchung geschaut, welche Lademöglichkeiten es überhaupt in Lüneburg gibt. Die Anzahl ist hier tatsächlich nicht so sehr das Problem. Vielmehr möchte man ja auch eine Lademöglichkeit haben, bei der man nicht noch mit dem Taxi anreisen muß.

Ankunft in Lüneburg

Wir hatten ein Hotel in der Nähe der Altstadt gefunden und damit war also die Aufgabe, entweder in der Nähe des Hotels eine Ladestation zu finden oder irgendwo in der Nähe der Altstadt. Letzteres wäre eigentlich nicht optimal gewesen, da ich eigentlich ungern nach dem Restaurantbesuch noch mit dem Auto unterwegs sein wollte.

Aber auch hier hatten wir wieder Glück. Ganz in der Nähe des Hotels bzw. auf dem Weg in die Altstadt – am Theater – gab es die gesuchten Lademöglichkeiten. Nur 5 Gehminuten vom Hotel gab es sogar 2 Ladesäulen mit 4 Ladepunkten, die zusätzlich auch noch kostenfrei waren. Allerdings mussten wir hier die Säulen mit einer Ladekarte freischalten und prompt kam es zu den ersten Bedienungsfehlern.

Irgendwie hatten wir die erste Säule nicht dazu überreden können, eine Ladung zu starten. Dann hatten wir es an der zweiten Säule versucht. Hier wurde dann lediglich angezeigt, dass versucht wurde, die Verbindung zum Auto aufzubauen. Nach einem erneuten Wechsel zur ersten Säule hat es dann doch irgendwann funktioniert. Anscheinend musste man die Säule erst mit der Karte freischalten, bevor man den Stecker anschließt.

Für die nächsten Ladevorgänge wussten wir dann Bescheid und der Ladeplatz wurde von uns regelmäßig genutzt.

Lademöglichkeiten vor Ort finden

Grundsätzlich stellt sich als E-Auto-Neuling zunächst die Frage, wie man denn die besten Lademöglichkeiten an einem Ort findet. Hier gibt es zahlreiche Webseiten und Apps, die einem dabei unterstützen. Nicht immer ist die Bedienung so einfach, wie man sich das wünschen würde. Beim Kia e-Niro kann natürlich auch das Navi genutzt werden, über welches man entsprechende Säulen findet.

Aktuell teste ich zwar immer noch, womit man die Ladepunkte am einfachsten findet, bin zurzeit aber im Wesentlichen bei einer App und einer Webseite hängen geblieben. Bei den Apps starte ich meist mit AirElectric. Hier findet man meist viele Lademöglichkeiten und hat auch diverse Filtermöglichkeiten. Als Webseite eignet sich ChargeMap aus meiner Sicht recht gut.

Screenshot von Google Maps mit der Suche von Ladesäulen in Lüneburg

Darüber hinaus würde ich auch die Seite von GoingElectric empfehlen. Hier findet man zahlreiche Kommentare aus der Community, die recht hilfreich sein können. Außerdem gibt es hier auch ein sehr interessantes Forum für Elektroauto-Fans. Google Maps eignet sich mittlerweile auch recht gut für eine erste schnelle Suche.

Lademöglichkeiten an Hotels, Restaurants und Golfplätzen

Optimal wäre es aus meiner Sicht, wenn Hotels, Restaurants und in unserem Fall natürlich Golfplätze über entsprechende Lademöglichkeiten verfügen. Das scheint aktuell aber eher noch die Ausnahme zu sein. Im dritten Teil meines Berichts werde ich hier noch über entsprechende Erfahrungen berichten können.

Mit steigendem Interesse an der E-Mobilität werden Hotels hier aus meiner Sicht zukünftig sicherlich nachbessern. Ähnlich, wie mit WLAN-Zugängen, die anfangs nur selten in einem Hotel zu finden waren, dann teuer bezahlt werden mussten und jetzt quasi in jedem Hotel kostenfrei verfügbar sind, wird dies vielleicht auch mit Ladesäulen passieren.

Lüneburg bei Nacht

Bei Golfplätzen gibt es tatsächlich bereits jetzt immer wieder das Angebot einer Ladestation. Auf den beiden Plätzen, die wir in Lüneburg gespielt haben gab es jeweils entsprechende Angebote. Auf dem Golfplatz Lüdersburg ist mir erst bei der Abfahrt aufgefallen, dass dort allerdings „nur“ normale Steckdosen für Elektroautos bereit gestellt wurden. Da kann man zwar selbst nach einer 5-stündigen Golfrunde nicht wirklich viel Laden aber immerhin. Dagegen gab es auf dem Golfplatz Green Eagle – dem aktuellen Austragungsort der Porsche European Open – eine „echte“ Ladesäule. Diese hatte allerdings den Haken, dass diese nur für Porsche-Fahrer kostenfrei nutzbar war. Eigentlich nicht wirklich ein Problem aber zu einem Preis von 20€ für das Laden war das schon recht happig.

Golfplatz Lüdersburg

Weiterfahrt nach Rostock / Warnemünde

In Lüneburg hatten wir am Mittwoch Abend geschaut, wie sich das Wetter in der Gegend entwickelt und dann spontan entschieden, noch ein paar Tage in Rostock zu verbringen. Auch hier war die Hotelbuchung nicht ganz so einfach, dabei hatte ich sogar ein Hotel gefunden, welches über eine Lademöglichkeit in der Parkgarage verfügte. Leider war das Hotel komplett ausgebucht und wir sind dann in einem netten Hotel in der Nähe von Warnemünde, direkt an der Ostsee untergekommen.

Wie die Anfahrt dorthin funktioniert hat und wie die Erfahrungen auf der über 600 Kilometer langen Rückfahrt waren, berichte ich euch dann in einem weiteren Blogbeitrag.

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