Das eigene Kraftwerk im Keller

LichtBlick und VW haben heute eine Zusammenarbeit im Energiebereich angekündigt. So sollen Blockheizkraftwerke, deren Basis ein VW Motor ist, in großer Anzahl in Ein- und Zweifamilienhäusern eingebaut werden.

Da ich mich aktuell auch mit dem Thema Energiesparen und alternative Energieerzeugungen beschäftige, finde ich diesen Ansatz des „ZuhauseKraftwerk“ durchaus interessant.

Aktuell fehlen mir aber noch ein paar konkrete Details, damit man diese neue Idee bewerten kann. Ich möchte nachfolgend kurz mein Verständnis dieses Konzepts darstellen.

Das Schwarm-Konzept

Die Idee des Energieunternehmen LichtBlick ist es, eine große Anzahl kleinerer Kraftwerke miteinander zu vernetzen und bei Bedarf auf den erzeugten Strom zurück zu greifen.

Hierzu hat LichtBlick die  Möglichkeit, die Kraftwerke zum Beispiel über eine DSL Anbindung zu steuern. Wird zu einem Zeitpunkt etwas mehr Strom benötigt, können einzelnen Anlagen dann von der Ferne aus eingeschaltet werden und sorgen damit für eine gleichmäßigere Stromversorgung.

Die Technik

ZuhauseKraftwerk (Quelle: Lichtblick Presse, copyright Manfred Witt)

ZuhauseKraftwerk (Quelle: Lichtblick Presse, copyright Manfred Witt)

Das Blockheizkraftwerk von VW wird mittels Gas betrieben. Hierbei wird ein Generator angetrieben, mit dem Strom erzeugt wird. Zusätzlich wird die entstehende Wärmeenergie genutzt, um einen Wärmespeicher zu füllen. Damit kann dann das Haus geheizt oder Warmwasser erzeugt werden.

Der Vorteil dieser Technik liegt bei der hohen Effizienz der Anlage von bis zu 93%. Die Technik ist also grundsätzlich sehr vielversprechend.

Die Vertragsbedingungen

Nun fragt man sich als Hausbesitzer, was einem dieses Konzept tatsächlich bringt. Zunächst einmal muss das neue Kraftwerk gegen die bestehende Heizungsanlage ausgetauscht werden.

Diese Aktion wird komplett von LichtBlick organisiert. Man zahlt hierfür einen „Zuschuss“ von 5.000,-€. Allerdings gehört einem die Anlage damit nicht, sondern sie bleibt weiterhin Eigentum von LichtBlick.

An LichtBlick zahlt man dann pro Monat noch für den Gasverbrauch, der an Hand eines Index bezogen auf den Heizbedarf berechnet wird. Stromkosten entfallen damit komplett. Der eingespeiste Strom wird pro KWh mit einem Bonus von 0,5 Cent vergütet.

Neben den Verbrauchskosten wird noch ein monatlicher Grundpreis von 20,- € fällig. Als Miete für den Stellplatz erhält man von LichtBlick 5,-€ pro Monat. Wartung und Service der Anlage sowie die Schornsteinfegerkosten werden scheinbar auch von LichtBlick übernommen. Hierfür wird unter anderem die Grundgebühr genutzt.

Nach 2 Jahren hat man die Möglichkeit, aus dem Vertrag auszusteigen. In diesem Fall wird aber auch die Anlage wieder ausgebaut. Ein Ausstieg scheint daher nicht wirklich wirtschaftlich. Man bindet sich also ziemlich an LichtBlick. Dafür werden einem die Konditionen von LichtBlick  für 10 Jahre garantiert.

Offene Fragen

Die wichtigste Frage, die ich mir stelle, ist natürlich die konkrete Ersparnis bei mir. Welche Kosten entstehen mir für einen Zeitraum von 20 Jahren. Wie sieht der Vergleich zu anderen Techniken, wie zum Beispiel Solarenergie aus.

Was passiert eigentlich mit der erzeugten Wärme, die im Sommer nicht benötigt wird. Inwieweit wird durch die fehlende Wärmenutzung die Effizienz der Anlage verändert?

Wonach richtet sich konkret der Wärmepreis, den ich zu zahlen habe? Könnte die Steuerung der Anlage durch LichtBlick den Effekt haben, dass ich nicht genug Wärme und Strom für mich persönlich erzeugen kann?

Viele Fragen, die ich demnächst hoffentlich durch weiteres Infomaterial von LichtBlick beantwortet bekomme. Da ich das Konzept grundsätzlich interessant finde, werde ich mich hierüber bestimmt detaillierter informieren.

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7 comments

  1. Hört sich zwar interessant an, aber ich finde das die Miete die Lichtblick zahlt zu wenig ist. 5 Euro pro Monat für den Standplatz, den ich selber als Standfläche nicht nutzen kann, wäre für mich nicht wirklich Akzeptabel. Die Verdienen mit Sicherheit ne Menge mehr Geld damit und nutzen dafür Kostengünstige Ressourcen. Ich weiß nicht ob man dann nicht wenigstens noch auf die monatliche Gebühr verzichten könnte oder sowas.

    Lieben Gruß

    Sven

  2. Auf Deine Frage: „Was passiert eigentlich mit der erzeugten Wärme, die im Sommer nicht benötigt wird.“

    Die Antwort ist einfach: Wenn es keinen Wärmeabnehmer gibt, läuft der Motor nicht bzw. startet er nicht. Was machst Du im Auto, wenn die Kombianzeige „Kühlwassertemperatur zu hoch“ anzeigt? Genau: Anhalten und Motor ausschalten. 34kW Wärmeleistung? Bei den heutigen Niedrigernergiehäusern reicht das für ein Mehrfamilienhaus in Sibirien.

    Super PR-Aktion!

  3. Dann will ich meine Fragestellung bzw. meine „Bedenken“ nochmals präzisieren. Das Thema ist ja, dass LichtBlick den Generator einschaltet bzw. hochfährt, wenn es den Strom benötigt. Gleichzeitig wird aber auch Wärmeenergie erzeugt, die im Sommer evtl. nicht benötigt wird. Dadurch verschlechtert sich meiner Meinung nach der Wirkungsgrad der Anlage. Über 90% werden dann wahrscheinlich nicht erreicht. Je öfter das passiert, desto niedriger ist der durchschnittliche Wirkungsgrad über das Jahr gesehen.

  4. Die Blockheizkraftwerke machen nur dann Sinn, wenn sie primär zur Wärmeerzeugung benutzt werden. Dann fällt als Abfallprodukt Strom an und erhöht den Wirkungsgrad der Gesamtanlage. Wenn im Sommer der Warmwasserspeicher voll ist, dann kann man das Kraftwerk nicht zur Stromerzeugung einschalten – mangels Kühlwasser.

  5. Das ist ja interessant. Aber widerspricht das nicht dem eigentlichen Ansatz von LichtBlick. Soweit ich es verstanden habe, wollen sie mit den Geräten Stromspitzen besser abfangen. Außerdem hatte ich fälschlicherweise angenommen, dass der eigene Strombedarf damit gedeckt werden könnte. Aber es ist natürlich in erster Linie eine effiziente Heizung und der erzeugte Strom ist nur als Einspeisung ins Netz gedacht. Ich muss mich demnächst einmal mehr mit den verschiedene Techniken und Möglichkeiten befassen.

  6. Das ist wirklich eine ganz interessante Geschichte! Ich habe dazu letztens einen Fernsehbeitrag verfolgt. Ich hoffe, die Sache wird richtig bekannt und erfolgreich…

  7. Ich beschäftige mich aufgrund meiner Semesterarbeit etwas mit dem Thema Strom udn Strom sparen und halte von solchen Krfatwerken nicht viel. Allein die Investitionskosten sind nicht wirtschaftlich. Hinsichtlich den Betriebsausgaben und dem Risiko einer Reparatur kann das Konzept nicht zweifelsohne empfohlen werden. Wer daher vorne mitspielen will setzt auf Kohle- und Atomkraftwerke zur Stromerzeugung und nicht Blockheizkraftwerke. Vom schlechten Wirkungsgrade ist gar nicht die rede…

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