Unsere Wärmepumpenstatistik im Dezember 2025

Leider hänge ich aktuell ein wenig mit meinen Statistikberichten, da mein neuer YouTube Kanal mehr Zeit in Anspruch nimmt, als gedacht. Trotzdem werde ich jetzt versuchen, die fehlenden Berichte zeitnah zu ergänzen.

Im Dezember hatten wir bis Weihnachten noch relativ milde Temperaturen, die bis maximal etwa 1-3°C abgesunken sind. Danach wurde es dann deutlich kälter, so dass die Wärmepump gut beschäftigt war.

Im nächsten Abschnitt erläutere ich kurz unsere Rahmenbedingung in Bezug auf die Wärmepumpe und unser Haus. Wer diese schon kennt kann direkt weiter springen.

Unsere Wärmepumpe und die Rahmenbedingungen

In einem früheren Artikel hatte ich bereits recht ausführlich unsere Wärmepumpe und unsere Heizgewohnheiten beschrieben. An dieser Stelle werde ich zukünftig immer die wesentlichen Stichpunkte darstellen, damit die Leser, die später dazu kommen, die Werte entsprechend zuordnen können.

Unser Haus

LageZwischen Köln und Bonn
Baujahr / Wohnfläche1992 / ca. 135qm
HeizungEG und OG: Fußbodenheizung / DG+Treppenhaus im Keller: Heizkörper (Dach Heizkörper mit Lüfter)
DämmungStand 1992 / Fenster auf 3-fach Verglasung ausgetauscht
Photovoltaik9,86kWp

Unsere Wärmepumpe

HeizungAußen: Logatherm WLW-7 MB AR
Innen: WLW186i-12 TP70.
WarmwasserLogalux SH290 
HydraulikSystemtrennung mit Wärmeplattentauscher zw. HK1 und HK2&3
Heizkreis 1: Puffer-Heizkreis
Heizkreis 2: Heizkörper (gemischt)
Heizkreis 3: Fußbodenheizung (gemischt)
HeizverhaltenRaumtemperaturen etwa um die 21,5 Grad
WarmwasseraufbereitungEco+ mit Start unterhalb von 48 Grad und Stopp bei 55 Grad (aktuell über Timer in der Nacht, zum günstigsten Strompreis)

Bei der Hydraulik hatte ich einige Diskussionen mit unserem Heizungsbauer. Buderus schreibt wohl eine Systemtrennung auf Grund unserer älteren Fußbodenheizung vor. Ob aber tatsächlich auch die Heizkörper als gemischter Heizkreis ausgelegt werden musste und vom eigentlich System getrennt werden mußte, bin ich mir nicht ganz sicher. Durch den Lüfter, den ich selbst unter der Heizung im Dachgeschoß angebracht habe, komme ich aber tatsächlich mit einer ähnlichen Vorlauftemperatur hin, wie bei der Fußbodenheizung. Nachteil der Systemtrennung ist natürlich, dass der Heizkreis 1 immer einen leicht höheren Vorlauf als die beiden anderen Heizkreise benötigt. Nach ersten Tests komme ich aber wohl mit einer Anhebung von ca. 2 Kelvin aus.

Kostenbasis für Vergleichsdarstellungen und Wirtschaftlichkeitsberechnungen

Da ich im Rahmen der Statistikdarstellungen möglichst auch Kostenvergleiche mit einer Gasheizung darstellen möchte, habe ich zum Jahreswechsel einen günstigen Gasanbieter heraus gesucht, den ich auch beim Weiterbetrieb meiner Gasheizung ausgewählt hätte. Meine Wahl wäre hier auf Yello gefallen. Der Arbeitspreis für Gas lag bei 11,06ct und der Grundpreis pro Monat bei 15,99€. Zusätzlich wurde ein Bonus von 283,75€ gewährt.

Bei den Strompreisen werde ich weiterhin meine Tibber-Preise nutzen, wie ich sie auch in meiner PV-Statistik verwende. Da meine Wärmepumpe in 2024 in Betrieb genommen wurde, komme ich auch in den Genuß der Netzentgeltvergütung nach §14a EnWG Modul 1. Pro Monat spare ich damit um die 10€. Diese werde ich komplett in der Preisberechnung für die Wärmepumpe einbeziehen. Zusätzlich nutze ich meinen aktuellen Gestehungspreis für den PV-Strom, wie ich ihn in meiner Wirtschaftlichkeitsberechnung der PV-Anlage ermittelt habe. Dieser beträgt aktuell 11,7ct pro kWh.

Bei Preisvergleichen zwischen Gasheizung und Wärmepumpe nehme ich einen Wirkungsgrad eines Brennwertgeräts an, welcher in etwa bei 95% liegt. Diese Vergleichsdarstellung ist sicherlich nur annähernd richtig. Auch die Gasheizung hat Strom verbraucht, den ich allerdings nicht gemessen habe. Laut Infos aus diversen Foren kann man wohl von einem Verbrauch von etwa 300 kWh im Jahr ausgehen. Streng genommen macht dieser Vergleich auch nur bei den Jahreswerten Sinn.

Für den Vergleich in 2026 habe ich einen neuen Preis heraus gesucht, der ziemlich niedrig ist. Damit wird die Vergleich zwischen Gasheizung und Wärmepumpe sicherlich eine größere Herausforderung darstellen.

Energieerzeugung und Verbrauch im Dezember 2025

Temperaturverlauf und Luftfeuchtigkeit

Zunächst werfen wir wieder einen Blick auf die Wetterdaten. Hierzu nutze ich die Klimadatenseite von Michael Theusner. Nachfolgend habe ich den Temperaturverlauf sowie die Luftfeuchtigkeit für den Dezember 2025 dargestellt. Die Luftfeuchtigkeit macht sich – gerade bei den Temperaturen unterhalb von ca. 5-6 Grad nun deutlich bemerkbar und war nochmal ein Stück höher, als im November. Die Vereisung der Wärmepumpe nimmt zu und die Abtauvorgänge unterbrechen kurzfristig den Heizbetrieb.

Im Schnitt hatten wir eine Temperatur von 5,2°C im Dezember. Nach Weihnachten lag der Schnitt dann bei unter 0°C. Die Luftfeuchtigkeit lag bei etwa 82% und hat sich in der letzten Woche bei deutlich über 90% eingependelt.

Wärmeerzeugung unserer Wärmepumpe

Die nachfolgende Grafik zeigt die erzeugte Wärmeenergie unserer Wärmepumpe im Dezember. Der gelbe Balken stellt die Heizenergie dar und die blauen Balken zeigen den Wärmebedarf für die Warmwasseraufbereitung.

Mittlerweile erfolgt mit meinen Einstellungen fast jeden Tag eine Warmwasseraufbereitung (Start 42°C, Stopp 49°C). Nur an den Tagen nach der Desinfektion wird keine WW-Aufbereitung durchgeführt.

In Summe wurden 2.851 kWh Wärmeenergie erzeugt. Hierbei entfielen auf die Heizung 2.698 kWh und auf das Warmwasser 153 kWh. Da wir eine Woche in Urlaub waren, hatten wir die Warmwasseraufbereitung zu dieser Zeit ausgeschaltet. Die Heizung lief ganz normal durch.

Wärmeerzeugung unserer Buderus Wärmepumpe im Dezember 2025

Die nachfolgende Grafik zeigt die stündliche Wärmeerzeugung am kältesten Tag im Dezember. Die höhere Wärmeerzeugung nach der Warmwasseraufbereitung kommt daher, weil das System versucht, die verlorene Heizleistung wieder aufzuholen.

Stündliche Wärmeerzeugung mit unserer Buderus Wärmepumpe am kältesten Tag, dem 29. Dezember

Am 08.12. hatten wir den wärmsten Tag im Dezember. Das war genau unsere Urlaubszeit.

Stündliche Wärmeerzeugung mit unserer Buderus Wärmepumpe am wärmsten Tag, dem 9. Dezember

Stromverbrauch unserer Wärmepumpe

Der Stromverbrauch für unsere Wärmepumpe lag im November bei 911 kWh. Für die Heizung wurden 852 kWh Strom benötigt. Die Warmwasseraufbereitung benötigte im September 59 kWh.

Stromverbrauch unserer Buderus Wärmepumpe im Dezember 2025

Die beiden folgenden Darstellungen zeigen den Stromverbrauch pro Stunde für den kältesten und wärmsten Tag im Oktober.

Stündlicher Stromverbrauch unserer Wärmepumpe am kältesten Tag im Dezember 2025
Stündlicher Stromverbrauch unserer Wärmepumpe am wärmsten Tag im Dezember 2025

PV-Strom für die Wärmepumpe

Der Dezember kann nun nicht mehr viel PV-Strom beitragen. Daher nimmt auch der PV-Anteil für die Wärmepumpe deutlich ab und lag nur noch bei 9%.

Die nachfolgende Grafik zeigt den PV-Strom (gelbe Linie) und die Verbraucher, die an dem Tag liefen. An dem Tag gab es kaum PV-Ertrag, so dass so gerade eben der Grundbedarf zwischen etwa 10:00 und 15:30 Uhr gedeckt werden konnte. Dunkellila wird die Wärmepumpe dargestellt.

Verbrauchsverlauf und PV-Erzeugung am kältesten Tag im Dezember

Am wärmsten Tag ist die Wärmepumpe auf niedrigem Niveau gelaufen. Die hohen Verbraucher an dem Tag waren die Powerstations, die die günstigen Strompreise in der Nacht genutzt haben.

Verbrauchsverlauf und PV-Erzeugung am wärmsten Tag im Dezember

Vergleich unserer neuen Wärmepumpe mit unserer bisherigen Gasheizung

Die Durchschnitts-Temperatur im Dezember letzten Jahres lag mit etwa 4,6°C leicht unter diesem Jahr. Es gab auch noch nicht so viele sehr kalte Tage, wie in diesem Jahr. Leider habe ich für diesen Zeitraum keine Protokollierungen mehr von meiner Gasheizung. Da die Gasrechnung aus dem Vorjahr auch keinen dedizierten Wert für Dezember enthält muß dieser Vergleich dieses mal entfallen.

Überblick und Gesamtauswertung für Dezember

In der nachfolgenden Übersicht stelle ich die Kennzahlen für Dezember dar. Die COP-Werte (bzw. Monatsarbeitszahl) sind nochmals gesunken, was natürlich durch die kälteren Temperaturen bedingt ist. Im Dezember haben wir eine gesamte Monatsarbeitszahl von 3,13 erreicht.

Auswertung der Wärmepumpen Kennzahlen

Kennzahlen für Dezember

Energieerzeugung / StromverbrauchHeizungWarmwasserGesamt
Erzeugte Energie2.698 kWh153 kWh2.851 kWh
Stromverbrauch Kompressor852 kWh59 kWh911 kWh
Stromverbrauch Heizstab0 kWh0 kWh0 kWh
Gesamtverbrauch852 kWh59 kWh911 kWh
Netzbezug829 kWh
PV-Anteil82 kWh
COP (MAZ)3,172,593,13

Für die Kostenermittlung habe ich im Dezember einen Durchschnittsstrompreis von 27,2 ct pro kWh für den Netzbezug ermittelt. Berücksichtigt sind auch die Grundgebühren sowie die Netzentgelterstattung. Diese betrug im Dezember 11,17€. Die Gesamtkosten im Dezember betrugen damit 167,11€.

StromquelleVerbrauchKosten
Netzbezug828,7 kWh225,41€
PV-Strom82,0 kWh9,59€
Summe910,7 kWh235,00€

Vergleich mit der Gasheizung

Den theoretischen Gasverbrauch berechne ich aus der erzeugten Wärmeenergie der Wärmepumpe und dem Wirkungsgrad der Gasheizung. Für den Stromkosten nehme ich den über die Tibber Rechnung ermittelten Brutto Arbeitspreis (also inkl. Berücksichtigung der Grundgebühr) aber ohne die Netzentgelterstattung. Dieser betrug für Dezember 28,7ct.

VerbrauchsartVerbräucheKosten
Gasverbrauch3.001 kWh324,25€
Stromverbrauch Gasheizung25 kWh7,18€
Gesamtkosten331,43€

Der theoretische Gasverbrauch hätte mich also ca. 96€ mehr gekostet.

Fazit

Laut meiner ersten Simulation sollte ich einen Vorteil pro Jahr von ca. 1.000€ erreichen, so wie ich es in meiner Simulation zur Wirtschaftlichkeit ermittelt habe. Erreicht habe ich nun ca. 620€. Die Gaspreise für 2026 aktuell sehr gering, so dass auch die ursprüngliche Simulation deutlich von den Ist-Werte abweichen wird.

Das Ziel wurde u.a. nicht erreicht, da im Januar der Heizstab für den Notbetrieb benötigt wurde. Ansonsten läge die Differenz wahrscheinlich um die 150€ höher. Mit den steigenden CO2-Preisen in den nächsten Jahren sollte die Differenz dann aber wohl deutlich größer werden. Allerdings wurde hier ja bereits eine Verschiebung um ein weiteres Jahr beschlossen, so dass die Gas-Preise so schnell nicht steigen werden. Schauen wir mal, wie die erste Jahresberechnung aussieht.

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