Integration unserer PV-Anlage in die Haussteuerung FHEM

Wie bereits erwähnt, wollte ich euch einen Überblick über die Einbindung unserer Photovoltaikanlage und unserer E-Autos in meine FHEM-Haussteuerung geben. Beginnen werde ich heute mit der PV-Anlage. Im nächsten Artikel gibt es dann die Übersicht zur Integration der E-Autos samt Lademöglichkeit und anschließend erläutere ich dann in weiteren Beiträgen die konkrete Umsetzung.

Integration meiner SMA Photovoltaik-Anlage in meine Haussteuerung

Zunächst gibt es eine Auflistung der Geräte, die in Verbindung mit der PV-Anlage installiert wurden und wie diese grundsätzlich in meine Haussteuerung eingebunden werden können.

Der Wechselrichter

Der Wechselrichter der Solaranlage dient der Umwandlung des Gleichstroms, der von den Solarmodulen geliefert wird, in den Wechselstrom, der vom Haus benötigt wird. Wechselrichter können grundsätzlich über diverse Schnittstellen (z.B.Modbus) angesprochen werden. Meist verfügen sie heutzutage auch über eine Weboberfläche, so dass auch dieser Weg eine Möglichkeit der Integration bietet.

SMA Wechselrichter

In der FHEM Umgebung gibt es für diverse Wechselrichter bereits vorgefertigte Module (SMA Inverter). So auch für den SMA Wechselrichter, der bei uns installiert ist. Durch die Integration in FHEM lässt sich u.a. ermitteln, wieviel Strom auf welcher Phase gerade erzeugt wird bzw. welche Gesamtleistung gerade von der Sonne erzeugt wird.

Mit dieser Information könnte man dann theoretisch eigene Algorithmen für die optimale Nutzung der Sonnenenergie realisieren. Übersteigt die Leistung einen bestimmten Wert, könnte zum Beispiel eine Wärmepumpe angeschaltet werden. Oder bei zu geringer Sonneneinstrahlung werden Verbraucher ausgeschaltet, die nicht dringend benötigt werden.

Der SMA HomeManager 2.0 bzw. der EnergyMeter

Der HomeManager von SMA ist eigentlich selbst schon eine Schaltzentrale, die dazu dient, die angeschlossenen Geräte optimal zu steuern. Hierzu kann man aktuell Hausgeräte einbinden, die dem EEBus Standard unterstützen. Hersteller wie Bosch und Siemens bieten beispielsweise Spülmaschinen, Waschmaschinen und weitere Geräte an. Über schaltbare Steckdosen von AVM und Edimax können aber auch andere Geräte eingebunden werden. 

 

Seit der Version 2.0 hat der SMA HomeManager das eigentliche Gerät integriert, welches für die Einbindung in unsere Haussteuerung von Interesse ist. Der EnergyMeter, den es bisher auch als getrenntes Gerät gab, wird direkt an den Netzanschlusspunkt also hinter den Zähler des Netzbetreibers eingebunden. Mit diesem Gerät kann der Strom ermittelt werden, der vom Stromnetz genutzt wird. Umgekehrt ermittelt der EnergyMeter auch, welcher überschüssige Strom von der PV-Anlage in das Netz eingespeist wird. Diese Informationen bekommt man jeweils für die drei Phasen des Hausanschlusses.

Die Einbindung in FHEM ist in meinem Fall auch wieder recht einfach, weil es dafür ein eigenes Modul gibt (FHEM Modul: SMAEM).

Das Sunny-Portal von  SMA

Das Sunny-Portal dient der Verwaltung der PV-Anlage und der eingebundenen Geräte. Neben der Definition unterschiedlichster Parameter lassen sich diverse Informationen in einer Weboberfläche darstellen. Darüber hinaus beinhaltet das Portal quasi die intelligente Steuerung aller eingebundenen Geräte. Wie oben bereits beschrieben, hätte man theoretisch die Möglichkeit, eigene Funktionen zur Steuerung der Geräte auf Basis der Sonnenenergie zu nutzen und diese nicht in das Sunny-Portal einzubinden. Ich habe mich allerdings voll auf die verfügbaren Funktionen von SMA verlassen bzw. bin davon ausgegangen, dass sie ihre Anlage am besten im Griff haben und die Geräte entsprechend intelligent steuern können.

Bis vor einiger Zeit gab es auch in FHEM noch ein Modul, welches auf die Funktionen des Sunny-Portal zugreifen kann und damit optimal in die eigene Haussteuerung eingebunden werden konnte. Leider hat SMA wohl etwas dagegen, dass man auf diese Weise ihre Funktionen nutzt und den Zugang entsprechend versperrt. Schade ist es, dass SMA wohl noch nicht den Sinn von offenen Schnittstellen erkannt hat und damit eigentlich auch einen schönen Wettbewerbsvorteil hätte, wenn Haussteuerungen mittels offener API’s Zugriff auf die Daten und Funktionen hätten.

Die Möglichkeiten des Sunny-Portals und der damit verbundenen Steuerung der Verbraucher in Bezug auf die Verfügbare Sonnenenergie werde ich gerne in einem eigenen Beitrag einmal etwas ausführlicher erläutern.

Der Smart Appliance Enabler (SAE)

Weiter oben habe ich beschrieben, dass man schaltbare Steckdosen von AVM und Edimax in den HomeManager bzw. den EnergyMeter von SMA einbinden kann. Das funktioniert zwar sehr gut aber diese Steckdosen sind auch meist sehr teuer. Möchte man weitere Steckdosen oder andere Geräte in die PV-Steuerung integrieren, dann geht dies u.a. mit dem Smart Appliance Enabler. Dies ist eine OpenSource Software, die den SEMP-Standard nutzt und so die Kommunikation mit dem EnergyMeter herstellt.

Ich habe den SAE dafür genutzt, diverse TP-Link Steckdosen, die den Stromverbrauch ermitteln können, zu integrieren. Natürlich sind diese Steckdosen auch in die Haussteuerung integriert. Genauso, wie die Fritz Steckdosen, die ich in erster Linie zur Steuerung von Waschmaschine, Spülmaschine und der selbst gebauten Lademöglichkeit mittels ICCB-Ladegerät nutze.

Meine aktuellen PV-Szenarien

Aktuell habe ich folgende Geräte jeweils über Fritz Steckdosen direkt zur Steuerung in das Sunny-Portal eingebunden:

  • Spülmaschine
  • Waschmaschine
  • SMA Wallbox
  • ICCB Ladegerät (Meine Selbstbau-Ladestation)
Spülmaschine im Sunny-Portal

Weitere Geräte habe ich über den SAE integriert, die dann aber nur den Verbrauch ermitteln und meist auch nicht automatisch über die verfügbare Sonnenenergie gesteuert werden sollen:

  • Trockner
  • Kühlschränke
  • Gefrierschrank
  • Multimedia Steckdosen (TV Geräte)
  • Wasserbettheizung
  • Steckdosenleisten für den PC und angeschlossene Geräte

Im Sunny-Portal habe ich dadurch die Möglichkeit, mir die entsprechenden Verbräuche anzuschauen.

Wallbox, Waschmaschine und Spülmaschine können nun vollautomatisch in Abhängigkeit der Sonnenenergie gesteuert werden. Man schaltet die entsprechenden Geräte an (bis auf die Wallbox) und der Energymeter erkennt dann den Anlaufstrom und schaltet die Geräte bzw. die Steckdosen erst einmal wieder aus. Die Geräte werden dann über diverse Parameter im Sunny-Portal (Zeitfenster, kann/muß laufen,…) sowie der Prognose für die Stromerzeugung durch die Sonne automatisch eingeschaltet. Damit ist gewährleistet, dass möglichst viel Sonnenenergie und möglichst viel Strom aus dem Netz benötigt wird.

FHEM Tablet - PV Ansicht
FHEM Tablet – PV Ansicht

In FHEM habe ich dann noch weitere Steuerungsoptionen integriert, die aktuell nicht durch das Sunny-Portal realisierbar sind. Möchte man beispielsweise, dass ein Gerät sofort startet, dann muß man die Steckdose wieder einschalten, nachdem diese von Sunny-Portal ausgeschaltet und in den Automatik Modus versetzt wurde. Wenn Steckdosen dann aber nicht erreichbar sind, dann wird das etwas schwierig. Also habe ich für die Spülmaschine und Waschmaschine jeweils einen kleinen Button in die Haussteuerung integriert. Wird dieser gedrückt, dann erkennt die Haussteuerung, dass die Geräte vom Sunny-Portal in den Automatikmodus versetzt wurden und schaltet die Steckdosen wieder ein.

Der Trockner ist übrigens aus zwei Gründen nicht in die PV-Steuerung integriert. Einerseits wird dieser immer direkt gestartet, nachdem die Waschmaschine fertig ist und es soll nicht mehr auf ausreichend Sonnenenergie Rücksicht genommen werden. Andererseits kann dieser nicht so eingestellt werden, dass er nach einem Stromausfall wieder weiter läuft. Über eine Steckdose können Geräte nur dann sinnvoll in die PV-Steuerung eingebunden werden, wenn diese nach einem Start und einem folgenden “Stromausfall” (Ausschalten der Steckdose) wieder von selbst weiterlaufen, wenn der Strom wieder da ist. Dies lässt sich also ganz leicht vorab mit entsprechenden Geräten testen.

Etwas komplexere Steuerungen habe ich für das Laden der Elektroautos noch in die Haussteuerung eingebunden. Ansonsten nutze ich die oben erwähnten Module in erster Linie zur Anzeige diverser Werte der PV-Anlage. Hier habe ich auch ein kleines Popup-Fenster integriert, in dem ich alle Werte ablesen kann, die zum Beispiel für die Umsatzsteuervoranmeldung benötigt werden.

So kann ich über meine Tablet-Steuerung beispielsweise immer direkt sehen, wieviel Energie erzeugt wird, welchen Stromverbrauch ich aktuell habe und wieviel ins Netz eingespeist oder vom Netz genutzt wird bzw. welche Kosten und Erträge sich daraus ergeben.

Aktuell teste ich auch noch diverse Möglichkeiten, wie ich die Prognose der Stromerzeugung in FHEM sinnvoll darstellen kann. Ursprünglich ging dies über das Module für das Sunny-Portal. Nachdem dieses nicht mehr genutzt werden kann hat der Entwickler eine eigene Prognosefunktion entwickelt. Zusätzlich nutze ich auch noch die Prognosemöglichkeiten der Firma Solcast und teste diese aktuell.

Sunny-Portal Verbraucherübersicht

10 comments

  1. Hallo Jürgen,

    dein Blog hat mich vor ein paar Jahren u.a. für mein allerserstes TabletUI inspiriert – seitdem hab ich unzählige weitere Stunden rein investiert 😏

    Eine Zeit lang hab ich deinen Blog aus den Augen verloren, bin jetzt aber über deine Umsetzung des Weckers wieder darauf aufmerksam geworden. Genau das fehlt mir nämlich noch ganz dringend!

    Jetzt hab ich gesehen, dass du auch noch eine PV-Anlage mit SMA STP und HM bekommen hast – genau wie ich, seit August.
    Leider ist mein PV-Dashboard noch nicht so zeigenswert wie deines. Es ist nur ein Chart mit Erzeugung und Verbrauch sowie Anzeige des aktuellen Strom-Saldos und dem Tagesertrag. Also alles was vom Wechselrichter oder EnergyMeter/HM kommt. Das ist eigentlich auch das was ich als am wichtigsten erachte.
    Was ich trotzdem vermisse, sind sowohl historische Daten als auch eine (halbwegs realistische) Prognose.
    Leider funktioniert’s ja übers Sunmy Portal nicht mehr. Woher hast du in deinem Screenshot die Tages-, Monats- und Jahresdaten? Stammt das Bild noch aus Zeiten als das Sunny Portal Modul noch verwendbar war oder hast du das irgendwie anders hinbekommen?
    Im nächsten Schritt muss ich mich dann auch mal einlesen welche Alternativen es für die Ertrags-Prognose inzwischen gibt,l. Hab schon gesehen, dass im Forum fleißig dran gearbeitet wird.

    Viele Grüße
    Stefan

  2. Hallo Stefan,
    ja, ich habe eine zeitlang den Blog auch ein wenig vernachlässigt, da die Zeit einfach fehlte. Mein Dashboard besteht tatsächlich in erster Linie aus dem Wechselrichtermodul und dem Modul für den Energy Meter. Ich habe mit diversen Userreadings alles mögliche berechnet und dann ins Dashboard gepackt. An der Prognose arbeite ich auch noch. Hier teste ich u.a. das Angebot von Solcast. Mittlerweile kann man dort auch zwei Dachflächen definieren. Allerdings gedeiht das Modul vom Entwickler, der das SMA Portal realisiert hatte immer mehr. Auch das habe ich im Test und scheint jetzt auch einen tollen Zustand zu haben. Mit historischen Werte experimentiere ich auch noch ein wenig, da ich erst kürzlich damit begonnen habe, eine Datenbank zu nutzen.

    Es gibt demnächst also wieder viel zu berichten und ich hoffe, dass ich auch die Zeit dafür finde ;-).
    Gruß
    Jürgen

  3. Hallo Jürgen, wieder eine tolle Aufbereitung und Visualisierung der Einbindung in das Dashboard. Das wir nun auch ganz neu PV-Besitzer sind, beschäftige ich mich auch mit der Einbindung in FHEM.

    Welche Daten/Werte hast du im Chart verwendet. Da keine Legende vorhanden ist, wäre das eine super Info. Ich würde insb. den chart gerne „nachbauen“ wollen.

    Auch deine Visualisierung der PV-Anlage an sich mit den Richtungen wie Einspeisungen bzw. Eigennutzung ist klasse gelöst.
    Würde mich (sicherlich auch andere) freuen, wenn du ggf. sogar die config für das Dashboard bereitstellst.

    Gruß
    Jörg

  4. Hallo Jörg,

    vielen Dank für das Feedback. Habe dir gerade ein paar Infos per Mail versendet. Ansonsten hoffe ich, dass ich demnächst einmal Zeit finde, ein paar ausführlichere Beiträge zu meinen Lösungsansätzen zu veröffentlichen.

    Gruß
    Jürgen

  5. Hallo Jürgen,

    tolle Arbeit. Bin gerade auf deinen Spuren unterwegs und integriere meine neue SolarEdge Anlage mit Speicher in die Automatisierung.
    Aktuell versuche ich das Thema Prognose / Solcast anzugehen. Ziel ist es Spülmaschine & Waschmaschine aufgrund der Vorhersage sofort oder optimal verzögert einzuschalten.
    Ideales Zenario: Gerät wird eingeschaltet=> Shelly Plug meldet stromverbrauch =>System entscheidet, dass um 11 Uhr der beste Zeitpunkt für den Großverbraucher ist => Shelly schaltet Gerät ab => Alexa meldet Verzögerung und fragt ob dies OK ist….
    Ich habe gesehen, dass Du das Thema Prognose und GeräteOptimierung im Dashboard schon angegangen bist. Kannst Du mir hier ein paar hinweise geben wie Du das gelöst hast ?

    Viele Grüße
    Mark

  6. Herzlichen Dank. Eine automatische Ansteuerung der Geräte habe ich über FHEM noch nicht umgesetzt. Hier nutze ich die Steuerungsmöglichkeiten des SMA HomeManager. Innerhalb FHEM habe ich bisher nur das manuelle Schalten von Geräten eingebaut, wenn die Automatik ausgehebelt werden soll. Wenn meine Frau beispielsweise die Spülmaschine oder die Waschmaschine sofort starten möchte, dann gibt es jeweils einen Schalter, der die entsprechenden Steckdosen wieder einschaltet, nachdem diese von der HomeManager Automatik zunächst ausgeschaltet wurden.

    Ansonsten kann ich für die Prognose und eine mögliche Steuerung das Modul SolarForecast empfehlen. Diese Neuentwicklung ist in der Prognose mittlerweile wirklich klasse und hat in der neuesten Version auch erste Funktionen integriert, um Geräte automatisch ansteuern zu können. Solcast teste ich zwar auch immer noch, aber nach aktuellen Erfahrungen würde ich wahrscheinlich das FHEM-Modul vorziehen.

  7. wow – mehr davon 🙂 Jüergen
    Vielleicht hast du für mein Problem auch schon einen Hinweis.
    Meine Frage vorweg: Was ist Überschuss, wie wird er von SMA erkannt und definiert, wie gemessen, welches Signal an den Verbraucher geleitet wenn erkannter Überschuss genutzt werden kann ?
    Meine Anlage 9,4kW mit Tripower 10000TL20 Battwechselrichter mit 13kW LG Batt.und hängt am Netz seit Mai 2019, speise aber überhaupt nicht ein. Null Einspeisung also.
    Muss um sogenannten Überschuss zu erkennen, nach der vielleicht sehr alten SMA Philosophie, grundsätzlich was eingespeist werden?
    Mein Solarteur und SMA scheinen überfordert zu sein.
    Mein echter Überschuss soll lediglich verheizt werden. Das kann mein AC-Thor von myPV mit einem 3er-Heizstab bis 9kW – wenn er eben richtig angesteuert wird. Was beide von sich behaupten. Immer dann wenn keine Batterie ( Max 3,3kW) lädt und wenig Verbrauch abgerufen wird ist Überschuss von mehreren kW verfügbar und verpufft leider. Das kann nur ich erkennen wenn ich’s.B. nen Boiler einschalte. Viele kWh bleiben so ungenutzt.
    LG Helmut

  8. Vielen Dank zunächst, ob ich wirklich weiterhelfen kann, bin ich mir allerdings nicht ganz sicher. Wenn schon die Profis nicht wirklich weiter wissen ;-).

    Vorab zum Thema „Überschuß“. Aus meiner Sicht hat das zunächst nichts mit einer Einspeisung zu tun. Die Einspeisung ist ja eigentlich nur das „normale“ Ergebnis, wenn entsprechender Überschuß vorhanden ist. Bei mir überlasse ich das Thema aktuell komplett der Steuerung durch die Funktionen von SMA. Hier ist der HomeManager mit dem integrierten EnergyMeter in erster Linie für zuständig. Soweit ich die SMA Funktionen verstehe, versucht eine entsprechende Logik festzustellen, wie der übliche Verbrauch aussieht. Um dies etwas genauer hinzubekommen, kann man Geräte einbinden, so dass pro Gerät der Verbrauch ermittelt werden kann. Dies habe ich über diverse Steckdosen realisiert. Interessant sind dann die Geräte, die man als steuerbare Geräte in den HomeManager einbindet. Hier besteht dann die Möglichkeit zu definieren, ab welchem Überschuß – also wie die Verteilung von Sonne/Netz aussehen soll – damit das Gerät angeschaltet wird. Zusätzlich lassen sich Zeitfenster definieren und man kann angeben, ob es sich um „Muß“ oder „Kann“ Geräte handelt. „Muß-Geräte“ laufen dann irgendwann auf jeden Fall, egal, ob genug Sonnenenergie vorhanden ist.

    Für den Überschuß wird aus meiner Sicht einfach ermittelt, wieviel Sonnenenergie gerade vorhanden ist (bzw. prognostiziert wird), wieviel von aktuell laufenden Geräten verbraucht wird und ob die Differenz dann ausreicht, dass Gerät anzuschalten. Wenn das nicht der Fall ist, dann wir die überschüssige Energie eingespeist.

    Wenn ich dein Konstrukt richtig verstanden habe, dann nehme ich an, dass du neben dem AC-Thor auch noch einen Energy-Meter von myPV im Einsatz hast. Ähnliche meinem SMA EnergyMeter. Dieses Gerät wäre ja die zentrale Stelle, die den Verbrauch ermitteln kann, die Sonnenenergie vom Wechselrichter bekommt und feststellt, ob die Batterie als Abnehmer zur Verfügung steht. Wie genau diese Funktionen bei myPV ablaufen, kann ich allerdings nicht sagen. Nach meinem Verständnis sagt dem AC-Thor dann vereinfacht, ab welcher Sonnenenergie er den/die Heizstäbe einschalten soll. Der EnergyMeter müsste dann nach meinem Verständnis quasi diesen Wert liefern. Aus meiner Sicht wäre zu prüfen, welchen Werte in AC-Thor eingestellt werden können, die dazu führen, ab welchen Überschuß der Heizstab eingeschaltet werden soll. Eventuell gibt es Parameter, die die Dauer der Leistung beschreiben, ab der eine Schaltung erfolgt. Also beispielsweise wenn 10 Minuten mehr als 500 Watt Überschuß vorhanden sind, dann schalte den Heizstab. Hier müsste man dann die optimalen Werte finden.

    Falls diese Steuerung über die vorhandenen Geräte nicht funktioniert, dann könnte man sich das natürlich auch mit FHEM irgendwie selbst basteln. Setzt aber voraus, dass man die jeweiligen Geräte lesend und die Heizstäbe auch „schaltend“ über entsprechende FHEM Module steuern kann. Ob das mit dem Heizstab möglich ist, kann ich nicht wirklich sagen. Der Wechselrichter müsste aus meiner Sicht aber durchaus eingebunden werden können. Hier würde ich u.a. auch das aktuell entwickelte Modul SolarForecast verweisen. Diese bietet zukünftig eine gute Grundlage für eine prognosegesteuerter und verbrauchsorientierte Schaltung von Geräten und ist nicht zwingend an konkrete Devices gebunden.

  9. Helmut Böttcher

    Besten Dank Jürgen. Hätte sein können bei deinen Arbeiten ist dir der Überschuss-Erfassungs- und Steuerungsprozess irgendwie bekannt geworden. SMA hat in meinem Sunny Home Manager den Energy Manager integriert. Deinem Verständnis entnehme ich, dass es die Prognose ist, nach der deine eher simplen Ein/Aus-Verbraucher freigeschaltet werden und nicht eine aktuelle Messung irgendwelcher Leistungen am Einspeisepunkt.
    Der ACThor regelt aber wenn er es richtig macht – hat er früher schon mal bevor SMA gefummelt hat – von ein paar Watt bis zu echten 9kW nahezu analog fein gestaffelt.
    Diese Woche bekomme ich eine neue Firmware von myPV für den ACThor.
    Wenn die mangelhafte Funktion den „Überschuss“ nicht zu interpretieren weiterhin besteht versuche ich einen Guru-Kontakt von SMA zu bekommen und den direkt zu löchern. Wenn ich dazu mal ne Lösung ertrotzt habe, lass ich dich gerne wissen wie’s geht 🙂
    Hilft vielleicht dann auch mal Anderen.
    LG, Helmut

  10. Helmut Böttcher

    Hallo Jürgen, abschießend die Erkenntnis und Lösung für Nulleinspeiser, die Überschuß verheizen wollen.
    Falls du das mal brauchst. HAb die letzte Kommunikation mit myPV unten angehängt.

    Die Lösung für Nulleinspeiser 😊

    Super Herr Leimer. Großen Dank! Das ist die Antwort nach der ich seit gefühlt Jahren suchte.
    Kopie an meinen Solarteur Axel Noack, Solmey
    Beste Grüße, Helmut Böttcher

    Meine Frage war immer: Was ist Überschuß bei einem Nulleinspeiser. Ich speise per Einstellungen am Sunnyportal ja nicht ein (Null-Einspeisung bei sunnyportal Konfiguration/Anlageneigenschaften/Parameter), was sollte also Überschuß sein und wie würde der ermittelt. Diese PV-Anlagen sind ja entwickelt worden, als jeder etwas eingespeist hatte und niemand Lösungen für Nulleinspeisung einbringen musste.

    Nun, mit dieser ihrer Information von Ihnen habe ich
    1) die Begrenzung der Wirkleistungseinspeisung von Null auf 95% (max.) gesetzt. Das ist wohl das Wesentlichste.
    (Was passiert wenn der Überschuss im Sommer dann nicht mehr lokal verheizt sondern erheblich eingespeist wird, muss ich noch rausfinden.
    Nach der nun verstanden Regellogik geht im Sommer ja dann aber aller Überschuss ins Netz? )
    und
    2) den P Grid Wert auf -200 (also Betrag von -50 größer gemacht, Vorzeichen bleibt Minus) gesetzt.

    BRAVO – SUPER: SYSTEM ERKENNT NUN VERHEIZBAREN ÜBERSCHUß und HEIZT 😊 😊 😊

    Die Empfehlung den Grid-Wert auf -200W wenn man eine Batterie auch lädt, zu erhöhen, steht in einer myPV-Beschreibung.
    Allerdings ist diese Information dann erkennbar, wenn man die myPV „Anleitung zur Einbindung von AC-Thor oder AC Elwa“ im WEB findet und dann gezielt den Paragraphen AC-Thor/AC-Elwa-E Steuerungseinstellung für „SMA Direkte Zähler Kommunikation“ nachliest.
    Im Text wird erstmals der mit einem Warndreieck versehene wichtige Text gezeigt:
    „Erfolgt diese Ansteuerungsart SMA Direkte Zählerkommunikation in Kombination mit einem Batteriespeicher, so empfehlen wir Ihnen den „Zielwert der Regelung“ auf „-200“ einzustellen!
    Dass man aber auch als Nulleinspeiser eine Einspeisung freigeben muß, hab ich daraus nicht erkennen können.

    Es hätte mir aber nichts gebracht, wegen der Überschuß-Philosphie.
    Dass man also auch einspeisen muß um Überschuß überhaupt messen zu können, ist wohl erst in jüngerer Zeit relevant geworden.
    Früher mußte Nulleinspeisung wegen der erheblichen Vergütungen ja eher nicht betrachtet werden.

    Verbesserung möglich?
    Vielleicht könnte dieser ihr Text bereits in den Steuerungs-Einstellungen des ACThors bei „Zielwert der Regelung“ erweitert oder erklärt werden, z.B. mit einem anklickbaren kleinen Mouseover „i“:
    „Erfolgt diese Ansteuerungsart SMA Direkte Zählerkommunikation in Kombination mit einem Batteriespeicher, so empfehlen wir Ihnen den „Zielwert der Regelung“ auf „-200“ einzustellen!
    Wichtig: Bei Nulleinspeisung ist in der“ Anlagensteuerung“ dennoch ein Einspeisungswert >xx% zwingend freizugeben, da hiervon der für die Heizung nutzbare Überschußwert abgeleitet wird“

    Der rote Text der AC-Thor Einstellungen, die man als Nutzer ausschließlich sieht, könnte vielleicht um solchen Hinweis ergänzt werden, denn der Hinweis „siehe Hilfe“ hilft eher nicht. Ist ja nur eine Deckblatt-Seite

    Von: Patrick Leimer
    Gesendet: Dienstag, 11. Mai 2021 13:38
    An:
    Betreff: AW: AC-Thor 9s bitte Softwarestand überprüfen – Serial Number 20030019092 10008

    Hallo Herr Böttcher,

    der ACTHOR arbeitet mit dem Leistung welche Eingespeist wird und nicht mit der Erzeugung.

    Der Wert P Grid= der Wert der am Hausanschlusspunkt gemessen wird. Im Prinzip ist dies Erzeugung minus Hausverbrauch.

    Der ACTHOR fängt an zu Heizen wenn
    1) der Wert P Grid = größer als -50 ist.
    2) Last 1:1 2:1 3:1 gegeben ist
    3) Die gemessene Temperatur niedriger ist als die Eingestellte max Temperatur.

    Also auf diesem Bild ist der Grund warum der ACTHOR nicht heizt der Wert P Grid = da dieser kleiner als -50 ist.

    Ich hoffe durch diese Erklärung verstehen Sie besser wie der ACTHOR funktioniert und sehen auch das keine Fehlfunktion seit der Umstellung auf SMA direkte Zählerkommunikation Auto mehr vorhanden ist.

    Bei weiteren technische Fragen stehe ich ihnen gerne zur Verfügung.

    Mit freundlichen Grüßen
    Kind regards,
    Patrick Leimer

    Support

    my-PV GmbH
    Teichstrasse 43
    4523 Neuzeug, Austria
    T: +43 725 9393 28
    http://www.my-pv.com

    Firmenbuchnummer 357418S
    UID ATU 66186227

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