Unser Photovoltaikertrag im Januar 2022 – Vergleich mit Vorjahr

Wie ich in meiner Jahresstatistik berichtet hatte, war das Jahr 2021 nicht das beste Jahr für Photovoltaikbetreiber. Trotzdem lag unser erstes vollständiges Jahr im Prognosebereich. In diesem Jahr habe ich nun erstmals die Möglichkeit, die einzelnen Monatswerte mit dem Vorjahr zu vergleichen.

Der Januar hat leider noch keine deutliche Verbesserung gezeigt und auch das Wetter im Februar ist noch nicht wirklich sehr sonnenreich. Zur weiteren Optimierung unserer Autarkie und Steigerung des Eigenverbrauchs, habe ich mir für dieses Jahr ein paar Dinge überlegt, die ich nach und nach ausprobieren werde.

Begonnen hatte ich schon im letzten Jahr damit, unsere Spülmaschine möglichst nur tagsüber prognosebasiert laufen zu lassen. Bisher lief diese einfach immer dann, wenn sie ausreichend voll ist. Weiterhin versuche ich mich im Homeoffice aktuell auf einen Monitor zu beschränken. Da dieser eigentlich recht groß ist, geht das auch ganz gut. Diese und weitere Maßnahmen werde ich dann auch immer in meinen Monatsberichten aufnehmen, so dass man nachverfolgen kann, welche Auswirkungen sie auf den Stromverbrauch, die Autarkie oder den Eigenverbrauch haben.

Unsere PV-Anlage im Überblick

Die Gesamtleistung beträgt 9,86 kWp. Wegen einiger Verschattungsprobleme haben wir auf der Ost-Seite 10 Module mit 3,4 kWp und auf der West-Seite 19 Module mit 6,46 kWp installiert. Die Anlage wurde im Oktober 2020 in Betrieb genommen. Die Jahresleistung wurde mit etwa 7.450 kWh angesetzt.

Prognosewerte für Jahre

Wie bereits in meinen letzten Berichten angekündigt, habe ich nach unserem ersten PV-Jahr die Prognosewerte aus dem SMA Sunny-Portal und von PVGIS nochmals verifiziert. Im Sunny-Portal habe ich insbesondere die Verteilung über die einzelnen Monate verändert, so dass sie hoffentlich eher den tatsächlichen Verläufen entsprechen. Weiterhin habe ich den spezifischen Jahresertrag ein wenig angehoben.

Darstellung der Ertragserwartung unserer PV-Anlage im SMA Sunny-Portal

Für Januar wurden also laut Sunny-Portal 118kWh erwartet. Der Prognosewert aus der PVGIS-Auswertung lag bei stolzen 165kWh. Hier hatte ich nur eine kleine Anpassung beim Verlust-Parameter vorgenommen. Diesen habe ich von 14% auf 10% gesenkt.

Ertragswerte der PV-Anlage im Januar 2022

Der Januar ist neben dem Dezember grundsätzlich ein sehr übler PV-Monat. Der Start ins neue Jahr war auch noch nicht wirklich vielversprechend und lag nur minimal über dem Vorjahreswert. An keinem Tag wurden 10kWh Solarstrom erzeugt. An 8 Tagen lagen die Werte wenigsten bei mindestens 5kWh Erzeugung.

In Summe hatten wir einen Ertrag von 117kWh. Die Einspeisung war natürlich entsprechend gering und verteilte sich im Prinzip auf die 8 Tage mit den höchsten Ertragswerten. Im Verhältnis war die Einspeiseleistung mit 18,4kWh aber geringer, als im Dezember (25,5kWh). Das ist insofern interessant, als dass beide Monate ähnliche Erträge hatten.

PV-Bilanz Januar 2022
PV-Bilanz im Januar

Der beste Tag im Januar hatte einen Ertrag von 8,8kWh. Wie man sieht, konnte ein Großteil der Erzeugung auch durch entsprechende Großverbraucher genutzt werden. Theoretisch hätte diese Leistung wohl tatsächlich ausgereicht, die Grundlast zwischen etwa 9:30 Uhr und 16:30 Uhr zu bedienen. Weiter unten gehe ich in der Verbrauchsdarstellung nochmals auf diesen Tag ein.

PV Tagesbilanz vom 18.01. mit dem besten Tageswert im Januar

Der 19. Januar war der schlechteste Tag mit gerade mal 1,2kWh. Wenn man den schlechten Wettermonaten in letzter Zeit vielleicht doch noch etwas abgewinnen möchte, dann lässt sich feststellen, dass wohl auch bei dem miesesten Wetterbedingungen immer noch mindesten 1kWh pro Tag erzeugt werden. Ich müsste nochmal nachschauen aber Tage ganz ohne einen Ertrag hatte ich wohl noch nie.

Tagesbilanz mit dem geringsten Ertrag am 19.01.

Im nächsten Bild ist die Verbraucherbilanz vom besten Tag im Januar zu sehen. Hier habe ich mich auf die Darstellung der Großverbraucher sowie die Grundlast und den Gesamtverbrauch beschränkt, damit die Darstellung etwas übersichtlicher ist. An diesem Tag wurde die Waschmaschine und anschließend der Trockner gestartet. Leider kann ich den Trockner nicht automatisiert starten. Wahrscheinlich würde das aber auch nicht gut mit der Prognosefunktion vom SMA HomeManager gehen, da dieser ja immer nach der Waschmaschine laufen müsste. Solche Verkettungen sind leider nicht abbildbar. Trotzdem sieht man, wie die Geräte auch in Verbindung mit dem 220V-Ladegerät für unseren e-Up! recht gut gesteuert wurden.

Verbrauchsübersicht vom 06. Dezember

Interessant ist vielleicht auch der 1. Januar. Hier lag die Erzeugung bei knapp 6kWh. Die Einstellungen zur Beladung des E-Autos standen noch auf 20% Solarenergie. An diesem Tag wurde die gesamte erzeugte Energie komplett genutzt, ohne dass es eine Einspeisung gab. Wie man sieht, wurde an diesem Tag die Waschmaschine manuell gestartet und hat quasi keine Sonnenenergie mehr mitbekommen.

Verbrauchsübersicht vom 01. Januar 2022

Verbrauch für die E-Autos

Im Januar haben wir nur den e-Up! zu Hause geladen. Den Kia e-Niro kann ich bei meinem Arbeitgeber aufladen und da wir mit dem Wagen kaum unterwegs waren, hat das völlig ausgereicht. Der e-Up! wurde im Januar tatsächlich immer dann geladen, wenn er mindestens 20% Sonnenenergie von seinen ca. 2,3kWh Ladeenergie nutzen konnte. In Verbindung mit den Aufladungen beim Einkaufen musste also keine zusätzliche manuelle Aufladung angestoßen werden.

E-Auto Ladevorgänge im Januar

In Summe wurden 44 kWh ins Auto geladen und dabei wurde eine Autarkie von immerhin 47% erreicht. In diesem Zusammenhang möchte ich noch auf einen Tag im Januar eingehen, der wieder zeigt, wie gut die prognosebasierte Steuerung der Geräte durch den SMA HomeManager funktioniert. An dem Tag wurde die Waschmaschine prognosebasiert gestartet. Man erkennt sehr schön, dass die Steuerung den Stromverbrauch der Waschmaschine anscheinend gelernt hat. Etwa in dem Moment, wo die Maschine nur noch einen geringeren Stromverbrauch hat, wurde das Ladegerät für das E-Auto gestartet. Als dann der Trockner manuell gestartet wurde, hat die Steuerung die Beladung beendet.

Verbraucherbilanz vom 14. Januar – prognosebasierte Gerätesteuerung

Autarkie und Selbstverbrauch im Januar

Übersicht

In der Darstellung der Autarkie und des Eigenverbrauchs erkennt man, wie in schlechten Monaten der selbstverbrauchte Strom recht hoch ist, dafür der Strombedarf aber kaum mit Sonnenenergie gedeckt werden kann. Interessant sind dann auch die Vergleichswerte zum Januar des letzten Jahres, die man in der Zusammenfassung weiter unten ablesen kann.

PV-Bilanz im Januar 2022

Optimierungsmaßnahmen

Eingangs hatte ich bereits geschrieben, dass ich mir in diesem Jahr ein paar Optimierungsmaßnahmen vorgenommen habe. Der erste Thema war die optimierte Nutzung unserer Spülmaschine, die mit möglichst viel Sonnenenergie genutzt werden sollte.

Bis auf einen Tag ist das im Januar ganz gut gelungen. Es führt zwar manchmal noch zu Diskussionen und einer Menge Puzzlearbeit, dadurch kann aber dann hoffentlich einmal der Verbrauch in Summe gesenkt und die Autarkie erhöht werden. Hierzu würde ich mal die Januarwerte aus 2021 und 2022 gegenüber stellen.

Verbrauchsbilanz Spülmaschine Januar 2021
Verbrauchsbilanz Spülmaschine Januar 2022

Man sieht bereits auf den ersten Blick den Unterschied zwischen den beiden Jahren. Im Januar 2022 läuft die Spülmaschine viel regelmäßiger, quasi alle 2 Tage. Der 30. Januar war hier der Tag, an dem die Maschine abends manuell gestartet wurde. Insgesamt hatte die Maschine im Januar 2022 drei Durchläufe weniger, was sich also auch im Verbrauch bemerkbar machen sollte. In der nachfolgenden Tabelle sieht man dann auch die Veränderungen beim Verbrauch und der Autarkie.

Optimierung der SpülmaschineVerbrauchAutarkiePV-StromNetz-Strom
Januar 202127,5kWh12%3,3kWh24,2 kWh
Januar 202223,3kWh27%6,3kWh17,0kWh
Optimierung der Spülmaschinennutzung

Die Autarkie konnte mehr als verdoppelt werden. Im Januar bringt das sicherlich noch nicht so viel, interessant sind dann die Monate, in denen die Spülmaschine mit nahezu 100% Autarkie betrieben werden könnte.

Schauen wir uns abschließend noch die Verbräuche meines Arbeitszimmers an, welches gerade in der Homeoffice-Zeit einer unserer größten Verbraucher ist. Hier habe ich aktuell zwei Steckdosenleisten, über die ich den Verbrauch der Elektrogeräte messe. Gegenüber dem letzten Jahr nutze ich aktuell nur einen Monitor und ich habe meine beiden NAS-Laufwerke optimiert. Ein Laufwerk nutze ich aktuell nur noch für die Sicherungen. Zu diesem Zweck wurden die Laufzeiten an die entsprechenden Sicherungszeiten angepasst. Nur das Laufwerk, auf dem auch die Datenbank für die Logs meiner Haussteuerung läuft, befindet sich noch im Dauerbetrieb.

Verbrauchsbilanz des Arbeitszimmers im Januar 2021
Verbrauchsbilanz des Arbeitszimmers im Januar 2022

In meinem Arbeitszimmer ging es also in erster Linie um eine Verbrauchsoptimierung. Die Geräte dort können ja nicht prognosebasiert gesteuert werden, sondern müssen immer bei Bedarf laufen. Die nachfolgende Tabelle zeigt die Veränderung zwischen 2021 und 2022. Wie aus der obigen Grafik ersichtlich, ist der Januar 2021 nicht optimal für den Vergleich. Hier hatte ich eine Steckdose zur Strommessung etwa zwei Woche lang für ein anderes Gerät verwendet. Den Fehlbetrag habe ich grob hochgerechnet und in die nachfolgende Übersicht übernommen.

Verbrauchsoptimierung ArbeitszimmerVerbrauchAutarkiePV-StromNetz-Strom
Steckdosenleiste 1
Januar 202122,8kWh15%3,4kWh19,4kWh
Januar 202220,6kWh17%3,5kWh17,1kWh
Steckdosenleiste 2
Januar 202140,0kWh21%8,4kWh31,6kWh
Januar 202235,4kWh24%8,5kWh26,9kWh
Gesamt Januar 202162,8kWh19%11,8kWh51kWh
Gesamt Januar 202256kWh21%12kWh44kWh
Verbrauchsoptimierung im Arbeitszimmer

An der Steckdosenleiste 2 ist der Monitor angeschlossen, den ich aktuell nicht mehr nutze. Dieser spart etwa 30-40 Wh. An Steckdosenleiste 1 ist das NAS-Laufwerk angeschlossen, welches nur noch zu Zeiten der Sicherung läuft.

Zusammenfassung / Statistik

Nachfolgend gibt es wieder die Zusammenfassung in der Übersicht für den Monat Januar und die kumulierten Jahreswerte. Neu in diesem Jahr ist dann auch immer ein Vergleich mit dem Vorjahr.

PV-Bilanz 2022Januar 2022Jahr 2022Januar 2021Jahr 2021Abweichung
Gesamtverbrauch547 kWh547 kWh762 kWh762 kWh– 215 kWh
PV-Erzeugung117 kWh117 kWh114 kWh114 kWh+ 3 kWh
Selbstverbrauch99 kWh99 kWh101 kWh101 kWh– 2 kWh
Autarkie18%18%13%13%+ 5%-Punkte
Selbstverbrauch-Anteil84%84%89%89%– 5%-Punkte
Wallbox0 kWh0 kWh223 kWh223 kWh– 223 kWh
Autarkie Wallbox0%0%8%8%
ICCB-Ladegerät44 kWh44 kWh24 kWh24 kWh+ 20 kWh
Autarkie ICCB47%47%58%58%– 11%-Punkte
Statistik meiner PV-Anlage (Werte für Januar 2022 und Vergleich 2021)

An den Werte ist zu erkennen, dass der Vergleich im Januar nicht die optimale Aussagefähigkeit hat, da das Verbrauchsverhalten recht unterschiedlich war. Zu der Zeit habe ich den Kia noch nicht beim Arbeitgeber geladen und der e-Up! ist erst Mitte Januar ausgeliefert worden. Die Einsparung beim Verbrauch kommt also in erster Linie durch die Wallbox. Durch den niedrigeren Verbrauch verändern sich auch die Autarkie- bzw. Selbstverbrauchswerte entsprechend. Ein niedriger Verbrauch führt meist auch zu einer etwas höheren Autarkie, sofern der Verbrauch nicht nur in der Nacht eingespart wurde.

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