Wenn Kopierschutz dem Image schadet

Gerade habe ich bei golem.de einen Bericht zu Entschädigungen wegen eines Online Kopierschutzes gelesen. Ich bin zwar nicht der Spieletyp, trotzdem fand ich die Meldung interessant.

Es geht um die Firma Ubisoft, die ihren bisherigen Kopierschutz von PC Spielen gegen einen Online Kopierschutz ausgetauscht hat. Das erste Spiel, welches mit diesem Online Kopierschutz ausgestattet wurde, ist Assassin’s Creed 2.

Damit man das Game spielen kann, muss man nun eine ständige Online Verbindung haben. Nach der Installation wird ein Account eingerichtet, der u.a. auch die Spielstände zwischen speichert.

Aber was passiert, wenn man mal gerade keine Internet Verbindung hat. Tja, dann kann man das Spiel in dem Moment auch nicht spielen. Genau dieses Problem hatten zahlreiche Käufer des Spiels. Scheinbar waren die Server von Ubisoft ausgelastet (evtl. durch einen Hackerangriff) und viele Spieler konnten das neu erworbene Game nicht spielen.

Für diese Spieler hat sich Ubisoft nun eine „Entschädigung“ ausgedacht, die auf die persönlichen Bedürfnisse des Spielers ausgerichtet werden soll. Was das genau heißt, weiß man wohl noch nicht. Wahrscheinlich gibt es irgendwelche Zusätze für das Spiel.

Persönlich finde ich viel interessanter, zu welchen Mitteln einige Hersteller mittlerweile greifen, um den Raubkopierern das Leben ein wenig  schwerer zu machen. Leider trifft es meiner Meinung nach in diesem Fall aber nicht die Raubkopierer.

Nein, die ehrlichen Spieler, die das Spiel erworben haben und gerne ungestört spielen wollen, haben die Probleme mit solchen Maßnahmen. Eine ständige Internetverbindung zu verlangen, finde ich schon ein starkes Stück.

Und wenn man sich die Maßnahmen noch etwas genauer ansieht, wird man feststellen, dass es noch ein gravierendes Problem gibt. Das Spiel kann nämlich nicht mehr verkauft werden, da es nur mit dem eingerichteten Account zusammen funktioniert.

Diejenigen, die gerne ein einmal gespieltes Spiel tauschen wollen oder in entsprechenden Second Hand Läden verkaufen wollen, können sich das demnächst bei Spielen von Ubisoft abschminken.

Ob der Hersteller mit dieser Maßnahme tatsächlich mehr Käufer für seine Produkte gewinnen wird, ist fraglich. Und die Raubkopierer werden trotzdem wieder einen Weg finden, die Spiele ohne Einschränkungen spielen zu können.

Einige Käufer der Spiele von Ubisoft versuchen sich auch gegen den neuen Kopierschutz zu „wehren“. In einer Online Petition kann man sich eintragen und gegen den Kopierschutz „Beschwerde“ einlegen.

Dabei fängt die Musikindustrie gerade an, über andere Wege nachzudenken und entfernt immer häufiger den Kopierschutz. Ich persönlich glaube auch nicht, dass jeder Spieler, der sich ein Spiel als Raubkopie besorgt, dieses auch kaufen würde, wenn es keine Raubkopien gäbe.

Der vermeintliche Schaden, der immer angeführt wird, ist bei weitem nicht so groß, wie der Hersteller es immer gerne darstellen. Wahrscheinlich sollten sie lieber versuchen, mit interessanten Spieldesigns, Optionen und attraktiven Preisen die Kunden für sich zu gewinnen.

Im Falle des Kopierschutzes von Ubisoft sehe ich als Endanwender eigentlich nur eine sinnvolle Möglichkeit, den Hersteller in seine Schranken zu verweisen. Solche Spiele würde ich einfach nicht kaufen. Dann wird Ubisoft auch irgendwann auf die Idee kommen, dass sie vielleicht den falschen Weg eingeschlagen haben.

Weitere Infos bei diepresse.com und pcgameshardware.com

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